Damen nun auf Tabellengipfel

„Ich habe das Mögliche im Unmöglichen gesucht.“ (Reinhold Messner – Bergsteigerlegende)
Das vor Saisonbeginn von vielen Handballfans für unmöglich gehaltene Szenario wurde von den Damen des TUS Altenheim am Samstagabend möglich gemacht. Das Valo-Team erklimmt Tabellenplatz 1.
Beide Mannschaften fanden in den ersten Minuten trittsicher in die Partie, Altenheim hatte ein erstes Momentum, führte 2:0.
Doch rasch wurde das Klima kühler, der Spitzenreiter schlug zurück.
Gengenbach, angeführt von der bundesligaerfahrenen Anja Ernsberger (u.a. RHC Rostock), nahm die Gipfelverteidigung unerschrocken an, hielt mit dem Selbstverständnis eines Tabellenführers dagegen, egalisierte die Altenheimer Führung postwendend.
Mitte Halbzeit 1 waren es die Kinzigtälerinnen, die mit 6:9 auf der ersten Teiletappe in Spielminute 15 die Nase vorn hatten. Das Spiel schien den von vielen Expertinnen und Experten erwarteten Verlauf zu nehmen.
Altenheim‘s Coach Martin Valo, mit Gipfeln und Tälern des Handballsports bestens vertraut, änderte das Altenheimer Routing:
Zum einen agierte die Defensivabteilung von nun an im offensiv ausgerichteten 5-1-Verbund, zum anderen mutete er Rückkehrerin Patricia Morandell die dünne, mitunter eisige Luft eines Handballspitzenspiels zu, welches nur wenige Fehler verzeiht.
Die Schlüssel passten ins Schloss: Morandell‘s Handballkarriere, wie einst Ötzi auf Eis gelegen, entflammte per sofort. Martin Valo: „Sie hat ein super Spiel gemacht, kaum zu glauben, dass sie 4 Jahre nicht gespielt hat. Ihre Paraden waren heute mitentscheidend!“ So endete die ersten Zwischenetappe zur Halbzeit beim Spielstand von 14:14 auf Augenhöhe.
Willensstärke, der an diesem Handballabend mitentscheidende Faktor im Altenheimer Marschgepäck war es dann auch, die die Gastgeberinnen gleich zu Beginn von Halbzeit 2 auf 3 Tore davonziehen ließ. Ein echter Wirkungstreffer für Gengenbach, Altenheim bekam buchstäblich die 2. Luft.
Dennoch blieben die Gäste immer ein Unruhefaktor, Altenheim musste die Konzentration auf hohem Level halten, fand an diesem Abend die passenden Antworten.
Dank individueller Klasse gelang es der Hauser-7 der Altenheimer Expedition nochmals Geröll auf den Weg zu streuen: Rita Figus ließ durch ihren Treffer zum 22:20 in Spielminute 47 die Altenheimerinnen nochmals den heißen Gengenbacher Atem im Nacken spüren.
Wie wichtig Routine ist offenbarte Melanie Frenk, die einen Ihrer insgesamt 7 Treffer just in dieser nochmals unruhigen Spielphase markierte, sich und ihre Mitspielerinnen nach vorne pushte.
Nadine Sax, einmal mehr 7m-effizient, sorgte mit dem 28:23 für den an diesem Abend verdienten Altenheimer Erfolg, die Valo-7 grüßt ab der kommenden Woche vom Gipfelkreuz der Liga.
Wie dünn die Luft sein wird wird das kommende Derby gegen Meißenheim-Nonnenweier veranschaulichen, Coach Valo: „Die Liga ist und bleibt spannend, die Tagesform entscheidet nahezu jedes Spiel. Heute sollen meine Spielerinnen erst einmal diesen Sieg genießen, das haben sie sich redlich verdient!“

Tore Altenheim:

Nautascher 6, Hörnig 2, Sax 7/5, Luick 4, Frenk 7, Förster 1, Szill 1

Tore Gengenbach:

Figus 6/5, Ernsberger 4, Kristin Isenmann 3, Lang 3, Antonia Isenmann 1, Hecking 6

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